Wie konnte ich die Menge meiner Arbeit heute bewältigen? Wie war heute mein persönliches Befinden? Wie gut komme ich damit zurecht, wenn ich mit meiner Führungskraft keinen Kontakt in persona habe? Hand aufs Herz: Hat Ihr Arbeitgeber Ihnen Fragen wie diese schon einmal gestellt? Alle Krones Mitarbeitenden in Neutraubling, Nittenau, Rosenheim und Flensburg in Deutschland können das nun getrost mit „Ja“ beantworten. Denn seit dreieinhalb Jahren führt das Team des Health Management eine Vollbefragung an vier Standorten durch, die sich rund ums Thema psychische Situation am Arbeitsplatz dreht – anonymisiert versteht sich! Der Anlass ist die sogenannte „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen“, kurz GBpsych, der jedes Unternehmen in Deutschland seit 2014 nachkommen muss.
Die „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen“, kurz GBpsych, ist Teil des Arbeitsschutzgesetz und seit 2014 gesetzlich bindend für alle Unternehmen in Deutschland. Das Team des Health Management bei Krones kommt dieser Pflicht nicht nur nach, sondern macht deutlich mehr, als gefordert wäre. Und der Aufwand lohnt sich, nicht nur für Krones, sondern vor allem auch für rund 10.500 Beschäftigte in den vier deutschen Werken.
GBpsych – was steckt dahinter?
Eine kleine Ergänzung mit großer Wirkung: Ende 2013 wurde dem Paragraf 5 des deutschen Arbeitsschutzgesetzes, der sich um die Beurteilung von Arbeitsbedingungen handelt, ein Zusatz hinzugefügt. Seitdem umfassen potenzielle Gefährdungsquellen am Arbeitsplatz einen sechsten Punkt: den der psychische Belastungen. Doch der Paragraf listet nicht nur Gefährdungen auf, sondern verpflichtet Arbeitgeber auch dazu, diese zu beurteilen und so Maßnahmen zum Schutze der Mitarbeitenden zu ermitteln. Damit besteht für Unternehmen seit 2014 die Pflicht einer „GBpsych“, also einer Gefährdungsbeurteilung der psychischen Belastungen.
Dass Krones der gesetzlichen Verpflichtung mittels einer Umfrage unter rund 10.500 Personen nachkommt, ist aber keineswegs selbstverständlich, wie Saskia Venus vom Team des Health Management bei Krones erklärt: „Tatsächlich ist per Gesetz gar nicht konkretisiert, wie eine solche Beurteilung genau auszusehen hat. Es würde also auch ausreichen, lediglich Befragungen unter Führungskräften oder Interviews mit ausgewählten Mitarbeitenden durchzuführen.“ Solche Stichproben-Analysen hatte Krones anfangs auch durchgeführt, aber diese besaßen eine Schwachstelle, so Saskia Venus weiter: „Denn diese bilden ja immer nur die Meinungen und Situationen eines kleinen Teils der Belegschaft ab – das war uns aber zu wenig! Deshalb haben wir uns irgendwann bewusst dazu entschlossen, bei diesem Thema wirklich alle Krones Beschäftigten in Deutschland einzubeziehen.“
Denn psychische Belastung ist ein sensibles, aber auch enorm vielschichtiges Thema. Selbst im privaten Kontext fällt es Menschen oftmals schwer, über ihre eigene psychische Gesundheit offen zu sprechen. Dabei wäre es so wichtig: Denn die Auswirkungen von psychischer Belastung spiegeln sich selbstverständlich auch im Alltag wider; im Job beispielsweise durch eine verringerte Leistung oder gar Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen. „Als Arbeitgeber hat Krones große Verantwortung, aber kann auch viel bewegen, um vorherrschende Missstände aus dem Weg zu räumen und so positiv auf das Wohlbefinden unserer Mitarbeitenden einzuwirken“, so Saskia Venus.
Umfrage via Smartphone und Co.
Doch selbstverständlich steht und fällt dieses Vorhaben mit dem Engagement der Belegschaft. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, entschied man sich, die Befragung digital durchzuführen. Alle Mitarbeitenden konnten über ihr privates Endgerät auf die Umfrage zugreifen. Neben den Antworten wurde nur der übergeordnete Bereich erfasst, sodass keine Rückschlüsse auf die Personen gezogen werden konnten.
Die Umfrage thematisierte neben eher allgemeineren Fragen zu Arbeitsmenge und -umfang, Kommunikation und Organisation oder persönlichem Befinden auch Krones spezifischere Bereiche wie Führen auf Distanz und – je nach Tätigkeitsbereich – die Zusammenarbeit in virtuellen Teams oder das Thema Schichtarbeit. Wurde dabei eine Frage lediglich mit sechs von zehn Punkten oder schlechter bewertet, folgten Vertiefungsfragen, um dem Kern des Problems noch weiter auf den Grund gehen zu können.

Im Anschluss bereitete das Team des Health Management die gesammelten Daten auf. Die Werke Rosenheim, Nittenau und Flensburg sind bereits mitten in der Maßnahmenumsetzung, bei Neutraubling steht jetzt im Frühjahr 2025 die Evaluation an. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse berät das Health Management außerdem Führungskräfte, welche Themen priorisiert werden sollten und welche Maßnahmen sich dafür anbieten würden. Und das geschieht ganz nach dem Motto „Gesunde Arbeit mitgestalten“.
Mehr als 50 Angebote für Mitarbeitende
Doch wie sieht dieses „Mitgestalten“ in der Praxis aus? Beispielsweise können Führungskräfte, in deren Bereich ein besonderer Handlungsbedarf besteht, in eine 1:1-Beratung mit dem Health-Management-Team gehen. Darüber hinaus werden mit den Führungskräften und Mitarbeitenden dieser Bereiche auch gezielt Feinanalysen durchgeführt. „Denn wenn ein Problem schon über eine längere Zeit besteht, dann haben die direkt Betroffenen auch sicherlich Ideen, wie dieses behoben werden könnte“, erklärt Saskia Venus. „Statt also einen theoretischen Lösungsansatz zu entwickeln, wollen wir aus der Praxis heraus handeln – und so gezieltere Angebote schaffen.“
Nach drei bereits abgeschlossenen Umfragen hat Krones nicht nur sehr viel Wissen darüber gesammelt, wie es den Beschäftigten bei ihrer täglichen Arbeit geht. Es gibt mittlerweile auch mehr als 50 Angebote, um die psychische Situation zu verbessern – entweder für Führungskräfte, Mitarbeitende oder ganze Teams. Aber nicht nur Krones kann sich die gewonnen Erkenntnisse zunutze machen. Auch die Mitarbeitenden selbst bekommen im Anschluss an die Umfrage ihre ganz persönliche Auswertung zur Verfügung gestellt und können so selbst an genau den Themenfeldern arbeiten, die einen besonderen Handlungsbedarf haben.
„Mit Krones geht es mir gut“
Doch warum betreibt Krones diesen enormen Aufwand – wenn doch gesetzlich auch weitaus weniger ausreichen würde? „In unserer Employer-Branding-Kampagne heißt eine Kernbotschaft ‚Mit Krones geht es mir gut‘. Und genau diesem Leitsatz folgen auch wir vom Health Management. Denn ausgeglichene und zufriedene Mitarbeitende sind motivierter und haben Spaß an dem, was sie tun – und das spiegelt sich letztlich natürlich auch in deren Leistungsbereitschaft und letztlich Produktivität wider“, fasst Saskia Venus zusammen.
Als Arbeitgeber hat Krones große Verantwortung, aber kann auch viel bewegen, um vorherrschende Missstände aus dem Weg zu räumen und so positiv auf das Wohlbefinden unserer Mitarbeitenden einzuwirken.
Saskia Venusaus dem Team des Health Management bei Krones