Kennzahlen verdoppelt, Transparenz erhöht: Krones veröffentlicht Nichtfinanzielle Erklärung für 2024
- Die Nachhaltigkeitsberichterstattung erfolgt erstmals in Anlehnung an die European Sustainability Reporting Standards (ESRS).
- Treibhausgasemissionen der verkauften Produkte sanken seit dem Basisjahr 2019 bereits um 18 Prozent (Ziel 2030: -30 %).
- Herausragende Fortschritte wurden insbesondere im Bereich „Social“ erzielt.
Soeben veröffentlichte der Krones Konzern seine ESG-Perfomance für das Jahr 2024. „Für uns bleibt das Thema Nachhaltigkeit und auch die damit verknüpften Ziele – unabhängig von etwaigen externen Einflüssen oder Entwicklungen – ein wichtiger Anker in unserer Unternehmensstrategie“, sagt dazu Vorstandsvorsitzender Christoph Klenk. „Wir sind überzeugt, dass ein konsequenter Weg in Richtung Nachhaltigkeit uns helfen wird, in Zukunft neue Wachstumspotenziale zu erschließen. Zum einen arbeiten wir kontinuierlich an der Effizienz, Langlebigkeit und Umweltverträglichkeit unserer Produkte und Dienstleistungen. Zum anderen bauen wir die Nachhaltigkeit unserer eigenen Betriebs- und Wertschöpfungsprozesse schrittweise aus.“
Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die ausgewiesenen Kennzahlen und damit auch der Umfang der in den Geschäftsbericht integrierten Nichtfinanziellen Erklärung verdoppelt. Als Grund nennt das Unternehmen die freiwillige Anlehnung an die European Sustainability Reporting Standards (ESRS). „Auch wenn die EU-Richtlinie Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) in Deutschland noch auf ihre Umsetzung in nationales Recht wartet: Wir haben uns dazu entschieden, unsere nichtfinanzielle Berichterstattung schon jetzt daran zu orientieren – auch deshalb, weil die zusätzlichen Kennzahlen ein wichtiges Instrument sind, um die Maßnahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie zu reflektieren und im Bedarfsfall gezielt zu verbessern“, sagt Martina Birk, Gesamtleitung Nachhaltigkeit bei Krones.
Trotz Wachstum weniger Emissionen
Das Ergebnis ist ein mehr als 100 Seiten starkes Dokument innerhalb des Geschäftsberichts, das ein ebenso transparentes wie differenziertes Bild der Krones Nachhaltigkeitsleistung zeichnet. Insbesondere bei der Umsetzung der Klimastrategie setzt sich der positive Kurs der vergangenen Jahre fort. Gemessen am Basisjahr 2019 hat der Konzern seine betrieblichen Treibhausgas-Emissionen (Scope 1 und 2) um 51,7 Prozent gesenkt. Die Emissionen aus den verkauften Produkten (Scope 3 downstream) gingen im gleichen Zeitraum um 18,1 Prozent zurück – trotz erneut gestiegenen Auftragseingangs. Damit hat Krones in beiden Bereichen bereits knapp zwei Drittel seiner Mittelfristziele erreicht. Diese sehen vor, bis 2030 die Emissionen aus Scope 1 und 2 um 80 Prozent zu senken, im Scope 3 downstream um 30 Prozent. Bis 2040 soll die gesamte Wertschöpfungskette bei Net-Zero angekommen sein. Dieses Emissionsziel und die zugehörige Strategie wurden im vergangenen Jahr von der Science Based Targets initiative (SBTi) validiert und bestätigt.
Als eine der neuen Kennzahlen weist Krones für 2024 erstmals den Wasserverbrauch seiner verkauften Produkte aus. Im Zuge der 2024 erfolgten Verschärfung der eigenen Nachhaltigkeitsziele setzte sich der Konzern auch hier eine Zielmarke: Ausgehend vom Jahr 2022 soll sich bis 2030 der Wasserfußabdruck der verkauften Produkte um 20 Prozent verringern. Mit einer Reduktion von zehn Prozent wurde die Hälfte davon schon erreicht. „Die Frage, wie sich die Produktion von Getränken und anderen Konsumgütern wassersparend umsetzen lässt, gewinnt für unsere Kunden zunehmend an Bedeutung“, sagt Martina Birk. „Entsprechend viel Innovationskraft stecken wir in die Weiterentwicklung unserer wasser- und medieneffizienten Technologien.“
Kennzahlen für „Social“ übererfüllt
Den größten Erfolg unter den ESG-Kennzahlen verbucht der Bereich „Social“, denn: Die Arbeitsunfälle bezogen auf geleistete Arbeitsstunden wurden seit 2022 um 37,2 Prozent reduziert. Das für 2030 gesetzte Ziel von minus 30 Prozent ist damit schon übererfüllt. Auch bei Diversity und Compliance befindet sich Krones im Zieleinlauf: So hat sich der Frauenanteil in Führungspositionen im Vergleich zu 2020 auf 16,5 Prozent erhöht. Bis 2030 soll er bei 20 Prozent angekommen sein. Der Anteil der mit Compliance-Risk-Assessment bewerteten Gesellschaften liegt inzwischen bei 94,8 Prozent (Ziel 2030: 100 %).
Daneben gäbe es aber auch einzelne Kennzahlen, bei denen der Konzern noch hinter seinen eigenen Erwartungen zurückliegt, wie Nachhaltigkeitsmanager Peter Steger, erklärt: „Angesichts der steigenden Produktionsleistung erweist sich die Reduktion des Wasserverbrauchs und der gefährlichen Abfälle in unseren Betrieben zunehmend als Herausforderung. Daher stehen diese beiden Kennzahlen aktuell auch im Fokus unserer Analysen und der daraus abgeleiteten Maßnahmenoptimierung.“
Emissionsreduzierte Beschaffung bleibt eine Herausforderung
Ähnlich verhält es sich mit den Treibhausgas-Emissionen aus den vorgelagerten Prozessen (Scope 3 upstream), die im Vergleich zu 2019 ein Plus von 17,5 Prozent verzeichnen. „Um auch hier unsere Mittel- und Langristziele zu erreichen, überarbeiten wir derzeit unsere Strategie zur nachhaltigen Beschaffung“, sagt Martina Birk. „Bei unseren wichtigsten Materialien – Edelstahl und Stahl – muss sich der Markt für emissionsarme Produkte noch stärker entwickeln. Daher verstärken wir gleichzeitig unsere Maßnahmen hinsichtlich Materialeinsparung und Recycling.“
Dies sei insbesondere angesichts des wirtschaftlichen Wachstums, das der Konzern auch für die nächsten Jahre erwartet, von erheblicher Bedeutung. „Eine unserer größten Aufgabe ist es nun, den Fortschritt der ESG-Ziele – allen voran im Bereich „Environment“ – dauerhaft von der finanziellen Entwicklung zu entkoppeln“, sagt Martina Birk. „Bei zentralen Kennzahlen wie den betrieblichen Emissionen oder dem Energie- und Wasserverbrauch unserer Produkte ist uns dies schon gelungen. Jetzt müssen wir diese Erfolge auf die übrigen Umwelt-Kennzahlen ausweiten. Wir sind fest davon überzeugt, dass sich ein steigendes Produktions- und Auftragsvolumen mit einer zunehmend emissions- und verbrauchsarmen Wertschöpfungskette in Einklang bringen lässt.“
Link zum Geschäftsbericht:
https://www.krones.com/de/unternehmen/investor-relations/geschaeftsbericht-konzern-2024.php
Download

Dr. Anne-Kathrin Bräu

Peter Mörtl