Wenn eine Brauerei ihre Zukunft neu ausrichtet, beginnt die Veränderung meist im Kern des Prozesses: dem Sudhaus. In Novi Sad zeigt Heineken Srbija, wie konsequent dieser Weg aussehen kann. Der Konzern verfolgt seit Jahren ambitionierte Klimaziele – und setzt dabei vor allem auf Lösungen, die direkt in der Produktion spürbare Effekte erzielen. Im Zusammenspiel mit Steinecker erschließt die Brauerei dabei ein erstaunlich großes Einsparpotenzial. Der Schlüssel dazu: das EquiTherm System.
Wenn am frühen Morgen die Sonne über den Dächern von Novi Sad aufgeht, herrscht in der Brauerei längst geschäftiges Treiben. Entlang des Temerinski Put, einer der wichtigsten Zufahrtsstraßen zum industriell geprägten Norden der serbischen Stadt, setzen sich die ersten Lkw in Bewegung. Auf den Ladeflächen: internationale Klassiker wie Heineken, Amstel, Birra Moretti und Laško sowie starke nationale Marken, allen voran Zaječarsko.
Die Brauerei am Stadtrand gilt heute als einer der technologisch modernsten Getränke-Produktionsstandorte der Region und bildet gemeinsam mit der traditionsreichen Brauerei in Zaječar die Basis für Heineken Srbijas nationale Bierproduktion.
Die Brauerei am Stadtrand gilt heute als einer der technologisch modernsten Getränke-Produktionsstandorte der Region.
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Heineken Srbija
Während Zaječar auf eine lange Braugeschichte bis ins Jahr 1895 zurückblickt, gilt Novi Sad als hochmoderne Fabrik, die seit der Übernahme durch Heineken im Jahr 2008 konsequent weiterentwickelt wurde. Heute zählt Heineken Srbija zu den bedeutendsten Brauereigruppen des Landes – und zu den ambitioniertesten, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht. Gemäß der konzerneigenen Zielsetzung soll der CO₂-Ausstoß entlang der gesamten Wertschöpfungskette deutlich sinken.
Einer der wirksamsten Hebel dafür liegt im Herzen jeder Brauerei – im Sudhaus. Und genau hier setzt Steinecker mit EquiTherm an.
Eine gewachsene Partnerschaft – und der nächste große Schritt
Die Brauerei in Novi Sad arbeitete von Anfang an mit Steinecker zusammen: Steinecker baute die ursprüngliche Anlage vollständig in Freising und installierte sie anschließend in Novi Sad.
Als Teil der jüngsten Modernisierung lieferte Steinecker im Jahr 2025 zwei neue Maischgefäße nach Novi Sad.
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Seit Jahren verbindet beide Unternehmen also eine stabile technologische Partnerschaft. „Wir haben mit Steinecker seit über zwei Jahrzehnten eine sehr vertrauensvolle Beziehung“, sagt Dejan Josic, Brewery Manager bei Heineken Srbija. „Für uns ist wichtig, dass wir nicht nur zuverlässige Technologie bekommen, sondern einen Partner, der unsere langfristigen Nachhaltigkeitsziele versteht.“ Diese enge Zusammenarbeit zeigt sich besonders deutlich im jüngsten gemeinsamen Projekt: der umfassenden Modernisierung des Sudhauses und der damit verbundenen Energieeinsparung.
Warum EquiTherm? – Energie sparen, CO₂ reduzieren, Zukunft sichern
Obwohl Serbien zum Start des Projekts ein Land mit niedrigen Energiepreisen war – und Effizienzmaßnahmen daher nicht zwingend zu den naheliegendsten Handlungsfeldern gehörten – entschied sich Heineken bewusst für eine zukunftsorientierte Lösung. Und sie hat sich ausgezeichnet.
Im Zuge der jüngsten Modernisierung wurde das Sudhaus seit 2025 sowohl technisch als auch technologisch umfassend weiterentwickelt. Das Projektteam entschied sich für EquiTherm, das bewährte Steinecker System zur effizienten Wärmerückgewinnung und ‑nutzung. Da die Anlage ursprünglich noch ohne entsprechende Energierückführung ausgelegt war, eröffnete sich mit der Modernisierung ein erhebliches Einsparpotenzial.
Zu diesem Zweck wurde das Sudhaus umfassend aufgerüstet. Im Mittelpunkt steht die Integration des Steinecker EquiTherm Systems, das erstmals die bislang ungenutzte Energie aus der Würzekochung zurückgewinnt und zur Erzeugung von Heißwasser mit einer Temperatur von rund 96 Grad Celsius nutzt. Dieses Heißwasser wird in einem zentralen Energiespeicher gesammelt und anschließend für das Aufheizen der Maische und der Würze eingesetzt.
„EquiTherm ermöglicht es uns nun endlich, das volle Energiesparpotenzial auszuschöpfen – und es ist ein System, auf das wir uns verlassen können”, sagt Dragan Radun, Mitglied des Projektteams seitens Heineken Srbija. Die Brauerei spart damit im Sudhaus bis zu 55 Prozent thermische Energie und 40 Prozent Strom.
Im Würzekühler wird die bislang ungenutzte Energie aus der Würzekochung zurückgewonnen und zur Erzeugung von Heißwasser mit einer Temperatur von rund 96 Grad Celsius genutzt.
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Um diese Maßnahme umsetzen zu können, erneuerte Steinecker auch beide Maischgefäße und stattete diese mit Pillow Plates an Zargen und Böden aus. Die deutlich größeren und effizienteren Wärmeübertragungsflächen ermöglichten die Umstellung von Dampf- auf Heißwasserbeheizung. Heißwasser arbeitet mit niedrigeren Heizmitteltemperaturen, was zu einer besonders gleichmäßigen und fein steuerbaren Wärmeübertragung führt. Dadurch wird die Maische thermisch deutlich schonender behandelt, Enzyme bleiben aktiver, die Gefahr von Fouling sinkt und die Temperaturführung gewinnt spürbar an Stabilität. „Die Temperaturführung ist deutlich stabiler geworden“, sagt Damir Kovcic, SSH Brewing Process Engineer bei Heineken Srbija. „Das macht den Prozess vorhersehbarer und verlässlicher – ein klarer Vorteil im täglichen Betrieb.“
Zudem konnte der Umbau mit einer außergewöhnlich kurzen Downtime von nur etwa zehn Tagen umgesetzt werden, was die Produktionsunterbrechung auf ein Minimum begrenzte. Diese Vorteile zeigen, dass Energieeffizienz-Projekte längst auch ein betriebswirtschaftliches Thema sind.
Doch ihr Nutzen geht inzwischen weit darüber hinaus. Energieeffizienz wird zunehmend zu einem wichtigen Baustein der betrieblichen Resilienz und Versorgungssicherheit. Mit EquiTherm reduziert die Brauerei nicht nur ihren CO₂-Fußabdruck, sondern macht sich zugleich unabhängiger von volatilen Energiemärkten und sensiblen Lieferketten – ein strategischer Mehrwert, der angesichts globaler Spannungen und geopolitischer Unsicherheiten stark an Gewicht gewonnen hat.
Ein Projekt mit Signalwirkung für den Standort
Mit EquiTherm hat Heineken Srbija das Sudhaus technologisch und energetisch auf ein neues Level gebracht. Die Brauerei zeigt eindrucksvoll, wie effizient bestehende Anlagen durch gezielte Investitionen modernisiert werden können.
„Wir freuen uns, Heineken auch bei zukünftigen Effizienzmaßnahmen unterstützen zu dürfen. Die bisherigen Projekte zeigen, wie gut unsere Teams zusammenarbeiten – daran möchten wir anknüpfen”, sagt Key‑Account‑Manager Wolfgang Müller und Johannes Pfennig, Sales Manager bei Steinecker, ergänzt: „Um die Nachhaltigkeitsziele der Brau- und Getränkeindustrie zu erreichen, können wir uns nicht nur auf neue Greenfield-Projekte konzentrieren. In bestehenden Anlagen steckt so viel Potenzial, das wir gemeinsam mit unseren Kunden heben möchten. Mit Heineken Serbien haben wir dafür einen perfekten Partner.“
„Wir sehen das Projekt als Blaupause für weitere Heineken-Standorte“, lautet das Fazit von Damir Kovcic. „Steinecker hat gezeigt, wie sich moderne Energieeffizienz mit hoher Prozesssicherheit verbinden lassen. Das unterstützt unsere Net-Zero-Ambitionen in idealer Weise.“